Welches Sozialgericht / Arbeitsgericht ist zuständig?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ARBEIT_und_ERHOLUNG.

  • Hallo,


    wie finde ich heraus, welches [lexicon]Sozialgericht[/lexicon] / Arbeitsgericht zuständig ist?
    Es geht um eine Firma, deren Sitz in Ort A ist
    (ich will jetzt den Ort nicht nennen wegen eventueller Wiedererkennbarkeit),
    allerdings im Handelsregister in Ort B eingetragen ist.


    Ist dann das am Ort B (also wo der Handelsregistereintrag erfolgt ist)
    ansässige [lexicon]Sozialgericht[/lexicon] / Arbeitsgericht zuständig,
    wenn man gegen die Firma Klage einreichen will?


    Danke und liebe Grüße
    AuE @};-

    Meine Beiträge geben meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten wieder und sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen. Eine Anwendung der von mir geschilderten Erlebnisse und Methoden erfolgt immer auf eigene Gefahr!

  • Die örtliche Zuständigkeit der Gerichte für Arbeitssachen ist in der Zivilprozessordnung geregelt. Hiernach ist zunächst dasjenige Arbeitsgericht zuständig, in dessen Gerichtsbezirk der Beklagte seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Dieser wird durch den Wohnsitz oder - bei juristischen Personen, z. B. GmbH und AG - durch den Sitz der Gesellschaft bestimmt. Wahlweise kann die Klage auch an einem besonderen Gerichtsstand erhoben werden. In arbeitsrechtlichen Streitigkeiten kommen insoweit der Gerichtsstand der Niederlassung und des Erfüllungsortes in Betracht. In den meisten Fällen kann somit ein Arbeitnehmer die Klage bei dem Gericht einreichen, in dessen Gerichtsbezirk er seine Arbeitsleistung erbringt oder erbracht hat.


    Quelle: Örtliche Zuständigkeit der Gerichte

  • Mist, dann muss ich die Klage wohl in Ort A einreichen.
    (ist ein längerer Anfahrtsweg).


    Wenn ich die Klage in Ort B einreiche und das falsch ist,
    leitet das Arbeitsgericht in Ort B die Klage dann automatisch
    an das Arbeitsgericht in Ort A weiter und informiert mich darüber?


    Danke und liebe Grüße
    AuE @};-

    Meine Beiträge geben meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten wieder und sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen. Eine Anwendung der von mir geschilderten Erlebnisse und Methoden erfolgt immer auf eigene Gefahr!


  • Das mit der "automatischen Weiterleitung" an die zuständige Stelle ist sogar gesetzlich vorgeschrieben - allerdings würde ich mich darauf nicht verlassen.


    Wenn Du ein Faxgerät besitzt, dann kannst Du es doch auch faxen. Zumindest kannst Du es auch mit der Post schicken. Alles in 2-facher Ausführung, weißt Du ja sicher.
    Bitte im Schreiben um eine Empfangsbestätigung und rufe zwei Tage später im Gericht an und lass Dir den Eingang auch nochmals telefonisch bestätigen - wobei das lediglich als zusätzlicher psychologischer Effekt dienen kann, diesen Behördenmenschen zur schriftlichen Bestätigung per Brief zu animieren. :mrgreen:

  • am einfachsten wäre es, Dich bei der Rechtsantragestelle es ArbG/ [lexicon]SG[/lexicon] zu erkundigen - dann läuft alles schnell vom Bande und Ärger wird gerspart @};-

  • Ja, danke.
    Macht Sinn, dass ich da einfach mal anrufe und frage.


    Liebe Grüße
    AuE @};-

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  • So, ich habe angerufen und gefragt.


    Auskunft des Arbeitsgerichts:
    Normalerweise ist das Arbeitsgericht am Sitz des Unternehmens zuständig.


    Aber es gibt Ausnahmen:
    Wenn der Einsatzort ein anderer ist, kann der Arbeitnehmer
    auch beim Arbeitsgericht seines Einsatzortes Klage erheben.


    Der Arbeitgeber kann dem zwar widersprechen und beantragen,
    dass der Fall ans Arbeitsgericht verlegt wird, wo er seinen Sitz hat,
    aber einem solchen Widerspruch wird nur sehr selten stattgegeben.


    Von daher kann ich die Klage bei Ort B einreichen.


    Liebe Grüße
    AuE @};-

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  • Danke fürs Feedback :-bd


    Aber dass alleine bei den einfachsten Dingen mit Ausnahmen und Widerspruchsmöglichkeiten hantiert werden könnte - ist das nicht einfach irre und zum :ymsick:


    Wir sollen bewusst rechtsunsicher "gehalten" werden, um bloß nicht auf die Idee zu kommen, von unseren Rechten auch Gebrauch machen zu können. Diese stehen uns zwar allen zu, jedoch ist der Rechtsweg zumeist schwer erkennbar für Otto normalo ... :ymsick: :ymsick: :ymsick:


    Sorgen wir hier also für mehr Aufklärung und mehr Rechtssicherheit. Nur wenn wir alle unsere Rechte kennen und wissen, wie wir diese geltend machen können, können wir uns gegen Rechtswidrigkeiten effektiv zur Wehr setzen.

  • Kurzes Update: Im Moment bin ich noch mit dem Rechtsanwalt des Arbeitgebers am Rumzackern ...
    Der rückt einfach keine Infos raus.
    Ich bin noch am Überlegen, ob ich klage.


    Ich kann die Klage ja an Ort B einreichen, also hier in meiner Nähe.


    Ich muss mir die Sache noch ein bisschen durch den Kopf gehen lassen.


    Wenn der AG die Beweisunterlagen dann am Termin vorlegt und Recht hat -
    okay, dann müsste ich die Klage zurückziehen.


    Seltsam nur, dass die sich davor scheuen wie der Teufel vor dem Weihwasser,
    die angeblich vorhandenen Beweise vorzulegen ...


    Das scheint mir doch seeeeeeehr verdächtig ....


    Liebe Grüße
    AuE @};-

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