drohende Obdachlosigkeit bei Familie mit Säugling - beide U25und verheiratet

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  • Hallo liebe Gemeinde, ich habe mal eine dringende Frage.


    Ich wohne in Thüringen. Mein Sohn lernte seine Frau vor 2 Jahren kennen und ist Hals über Kopf zu ihr und ihrer Oma nach München gezogen. Ihr könnt Euch denken,dass daraus Probleme entstanden, aber auch ein heute 5 Monate alter kleiner Junge. Mein Sohn ist 22 und seine Frau 19. Nun leben sie zu viert in einer 2 1/2 Zimmer Wohnung und haben eine Familienhebamme an ihrer Seite. Leider ist die Wohnung der Oma versüfft, es leben auch ein großer Hund und 2 ausgewachsene Kater in der Bude. Ihr könnt Euch vorstellen, wie das stinkt. Egal. Die Oma ist scheinbar auch noch ein Messi, der Kleine kann sich nicht entfalten, weil alles vollgestellt ist.
    Mehrfach haben sie beim Amt vorgesprochen, damit ihnen eine Wohnung zugewiesen wird- ohne Erfolg. Stattdessen wurde ihnen gesagt, dass es genügend Obdachlose gibt, um die sich das Amt zu kümmern hat. Nun ist es so, dass es immer wieder zu Streitereien mit der Oma kommt, sie will meinen Sohn los werden und schlägt damit einen Keil in die Ehe. Das versuchen die Beiden jedoch zu ertragen. Aber, die Oma hat sie jetzt vor die Tür gesetzt. Sie sind vorerst bei den Eltern meiner Schwiegertochter untergekommen. Das geht auch nicht auf Dauer,da diese noch 2 weitere Kinder haben. Könnt Ihr mir sagen, wie man gegen so ein Amt vorgehen kann? Habe schon ne Dienstaufsichtsbeschwerde geschrieben und gedroht, die Presse und das Fernsehen einzuschalten und dass ich eine Strafanzeige in Betracht ziehe, da sich die Beiden ab Morgen tatsächlich obdachlos melden. Ich bedanke mich bei Euch im Voraus für Eure Antworten.

  • Willkommen ^^


    Ich möchte vorab anmerken, dass es am besten wäre, einer von den beiden meldet sich hier an: das spart Zeit und Aufwand für euch ^^


    Ich schreib mal auf was mir durch den Kopf geht ...


    Zunächst ganz grundsätzlich zwei ganz wichtige Regeln: Erstens, am besten wickelt man jegliche Kommunikation mit Behörden via Fax ab (in jedem größeren Ort gibt es Internetcafés, Telecafés, die haben meist ein Fax), denn so kann man die Kommunikation später (vor Gericht) belegen. Man bekommt eine Faxbestätigung auf der Faxnummer, Seitenzahl, Datum, Uhrzeit und eine Miniaturabbildung der ersten Seite drauf sind; bei einem Einschreiben kann man den Inhalt nicht belegen. Zweitens, alles was aus Zeitgründen oder so unbedingt vor Ort erledigt werden muss, wird nur im Beisein eines Beistands erledigt, am besten ein Freund, lieber kein Verwandter, quasi ein Gesprächszeuge. Man muss nämlich befürchten, dass die Behörden nicht immer das beste tun werden, um den dreien zu helfen.


    Beziehen die drei irgendein Erwerbseinkommen oder Leistungen nach dem SGB?


    In jeder Gemeinde gibt es im Rathaus auch eine Abteilung für soziales, die Gehören zur Gemeinde und haben mit dem Jobcenter/Arbeitsamt nix zu tun. Dort sollten die drei sich wohnungslos melden. Am besten auch in den näheren/größeren Gemeinden um München, denn dort ist der Wohnungsmarkt gnadenlos ... Da nimmt man sich am besten einen Beistand und eine Gruppenfahrkarte mit und lässt das Kind einen Tag bei Oma ^^


    Dann führen oft die größeren Baugesellschaften eigene Bewerberlisten, man kann sich dort telefonisch oder via Internet anmelden. Von National operierenden Konzernen sollte man vielleicht Abstand nehmen, da sind oft die Wohnungen mies ... Zwar ist die Obdachlosigkeit der bestimmende Faktor, aber wenn man Leistungen bezieht und erst mal in einer Wohnung drin ist, bekommt man nur schwer eine Umzugserlaubnis, was dann oft zur Folge hat, dass nach einem nicht gestatteten Umzug die Miete nicht vollständig übernommen wird. Sollte man im Hinterkopf behalten.


    Einen Umzug beispielsweise nach Thüringen würde ich nicht ausschließen: sicherlich ist dort der Wohnungsmarkt nicht so angespannt wie in München, und Arbeit gibt es eh nirgends ... ^^


    In jeder Gemeinde gibt es auch eine Notunterkunft für Obdachlose, bzw muss die Polizei Obdachlosen eine Notunterkunft zuweisen, damit diese nicht aus Verzweiflung Straftaten begehen ... Das ist besser als auf der Straße schlafen, aber oft sind das wohl irgendwelche Container in 6-Mann-Belegung oder völlig baufällige Blockbauten kurz vor dem Abriss, und die Klientel ist natürlich entsprechend, lauter Verzweifelte ... Falls das eine Option werden muss, dann sollte man sich vielleicht in der Umgebung in den Gemeinden umsehen, vielleicht findet sich eine nicht völlig abartige Unterkunft; da man in der BRD das Recht auf Freizügigkeit genießt, kann man sich dort obdachlos melden wo man möchte, das darf einem nicht verwehrt werden.


    Sollten die drei Leistungen nach dem SGB II (Alg 2) beziehen muss das Amt ihnen übrigens auch beim Umzug helfen (Umzugshelfer, falls man nicht heben kann, Umzugswagen wenn man kein Auto hat, Fahrer wenn man keinen Führerschein hat ... Das Amt darf nicht auf Hilfe von Freunden oder Familie verweisen, denn die kann niemand zwingen) und ihnen eine Erstausstattung bezahlen oder zumindest in Gegenständen überlassen. Dazu gehört alles was man für eine Wohnung braucht aber nicht hat, weil man es nie hatte, es verloren ging, der Bedarf erst entstand, beispielsweise für ein Kinderbett ... Also Waschmaschine, Couch, Tisch, Kinderbett, Lampen, einfach alles was man wirklich braucht, bis zum Mop, Staubsauger, Bügeleisen ... Wenn es so weit ist findet ihr hier sicherlich Hilfe mit den Anträgen ^^


    Den Wohnungssuchmaschinen im Netz sollte man auch einen Besuch abstatten ...


    Ansonsten gibt es, denke ich, zunächst nicht viel was man tun kann ... Bei Harald Thomé findest Du die örtlichen Richtlinien für die [lexicon]KDU[/lexicon] in München; da steht drin, wie groß eine Wohnung für 3 sein darf, und was sie kosten darf, wenn man ALG 2 bezieht. So wie ich das hier lese sind das 3 Zimmer, 75 m², bis 667,04 € plus Nebenkosten plus Heizkosten. Alles wissenswerte zu den Heizkosten findest Du hier.


    Irgendwelche Klagen oder Anzeigen werden euch vermutlich nicht weiterbringen ... Jedenfalls nicht akut, so wie ich das sehe eher nur später, falls den dreien irgendwelche Leistungen nicht gewährt werden, die gewährt werden müssten ...


    Wenn sich aber was neues ergibt (Stress mit Ämtern, Anträge die gestellt werden müssen) solltet ihr euch hier melden, vielleicht weiß dann jemand dazu mehr zu sagen ^^