Kalt, kälter, Jobcenter Wetterau

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Jessy61.

  • Mitarbeiter der MainArbeit Offenbach mögen vorübergehend aufatmen ;) diesen (und vermutlich noch weitere) Artikel “widme” ich dem [lexicon]Jobcenter[/lexicon] in Friedberg. Und zeitgleich an mehreren Prangern Kritiken zu arbeiten, überfordert mich doch ein wenig…


    Eine liebe Freundin bat mich um Hilfe für einen Bekannten.
    Der junge Mann (grad mal ü20 Jahre) lebte bis vor einem 3/4 Jahr mit seinem Bruder und den Eltern zusammen. Der familiäre Hintergrund war – mit aller Vorsicht – als “angespannt” zu bezeichnen.
    Die Eltern trennten sich, der Vater ist irgendwo in Bayern auf Arbeitssuche. Die Mutter der jungen Männer suchte sich eine kleine Wohnung und blieb als Einzel-BG im Leistungsbezug, ein Sohn zog später zu ihr, da es mit dem Vater überhaupt nicht funktionierte.
    Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt bereits an Krebs erkannt, entdeckt wurde dies, als dieser bereits gestreut hatte.Binnen kürzester Zeit wurde sie zum bettlägerigen, inkontinenten Pflegefall, verfiel zusehends.


    Den Tod vor Augen


    Der Sohn sah seiner Mutter quasi täglich beim allmählichen Sterben zu, diese Belastung führte dazu, dass er keine Kraft mehr fand für seine Ausbildung, es folgte dann die Kündigung während der Probezeit.
    Schlußendlich übernahm er die Pflege der Mutter in weitestgehend allen Bereichen. Die EinRaumWohnung bot keinerlei Rückzugsmöglichkeit, das Pflegebett der Mutter, der Roll-und der Toilettenstuhl teilten sich den einen Raum mit der Matratze (!) des Jungen, einem Schrank und weiterem, eher kärglichen Mobiliar.
    Laut Mietvertrag soll die Wohnung 32 m² vorhalten, ich bezweifle das erheblich.
    Mit etwas Phantasie dürfte den Lesern nun ein entsprechendes Bild vor dem geistigen Auge erscheinen…
    Am ersten Weihnachtstag 2013 verstarb die Mutter.


    Gesetz ist Gesetz – und das Gesetz sind wir


    Am 7.1.14 sprach der junge Mann im [lexicon]Jobcenter[/lexicon] Wetterau/Friedberg vor. Trotz detaillierter Schilderung der Lebensumstände, trotz Hinweis auf den kurz zurück liegenden Tod seiner Mutter, trotz, dass selbst ein Blinder sieht, dass dieser junge Mensch keinerlei Kraft mehr hat, trotz, dass er deutlich kommuniziert hat, dass alles (Beisetzung, Behördengänge ect) ausschließlich an ihm hängt:


    Direkt bei Antragstellung (!!!) wurde ihm eine Eingliederungsvereinbarung zur Unterschrift vorgelegt! Kein Profiling, keine Feststellung der Erwerbsfähigkeit, nichts, nada, niente! Aber ein Vortrag wurde ihm gehalten, dass er sofort eine 100%ige Leistungskürzung erhielte, würde er nicht unterschreiben und käme er den Pflichten nicht nach! Acht Bewerbungen noch für Januar, zwei Vermittlungsvorschläge (davon einer im 3-Schicht-System) zusätzlich ausgehändigt.
    Auf meine Frage, wie der Vermittler reagiert habe bei der Schilderung der vorangegangenen und derzeitigen Belastung erhielt ich die Antwort: “Er sagte nur, dass ich mich an das Gesetz halten müsse, der Rest täte hier nix zur Sache”


    Ich weiß nicht, was mich zorniger macht…


    ist es die kaltschnäuzige, menschenverachtende Art und Weise wie hier mit einem trauernden, rat-und hilflosen jungen Menschen umgegangen wurde? Ist es der Gedanke daran, dass dieser Mitarbeiter noch vielen weiteren Menschen genauso gegenüber treten wird?
    Oder ist es die Tatsache, dass hier Rechtsbrüche bis zum Exzess betrieben werden?
    Man lasse es sich auf der Zunge zergehen:
    Der Antrag auf Leistungen wurde noch nicht einmal abgegeben!
    Hierfür wurde ein Extra-Termin für den 16ten Januar zugeteilt! Aber dennoch eine [lexicon]EGV[/lexicon] unterjubeln, das nennt man da “gesetzestreu”!De facto ist der Leistungsanspruch noch völlig unklar, die Erwerbsfähigkeit ebenso – beides aber ist zwingend Voraussetzung, um eine EinV/EGV anbieten zu dürfen.


    Die MainArbeit als Schule


    Ich werde den jungen Mann am Donnerstag begleiten und mir ein Bild dieses Mitarbeiters machen. Den Namen der Teamleitung habe ich und je nachdem, wie man in meiner Anwesenheit mit dem Jungen spricht, werde ich diese aufsuchen.
    Sollte “man(n)” an Rechtswidrigkeiten festhalten, gibt es dort noch einen Standortleiter, und/oder das Kundenreaktionsmanagement
    Und wenngleich eher “3 x F” = formlos, fristlos,fruchtlos…so gibt es den Weg der Fach- und der Dienstaufsichtsbeschwerde.
    Ich bin gespannt, wer die “besseren Nerven” hat: Der MainArbeits-erprobte Beistand ;) oder ein Wetterauer SB.


    to be continued…


    [quelle]Kalt, kälter, Jobcenter Wetterau[/quelle]


  • [quelle]TODESTERROR IM WETTERAUER SOZIALAMT[/quelle]


    Das [lexicon]JC[/lexicon] Wetterau kommt offensichtlich nicht aus den negativen Kritiken ...