Drogentest selbst bezahlen wegen 450 Euro Job

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Spaghetti.

  • Hallo


    Ich weiß nicht ob ich hier in dem Bereich richtig bin , wenn nicht dann tut es mir leid und ich bitte um verschiebung !


    Ein Freund von mir ist auf Bewährung und muss ab jetzt immer Abpissen zum Urintest auf Drogen .
    Jetzt hat er aber einen 450 Euro Job angenommen und nun sagt das Gericht das er diesen Test immer selber bezahlen soll (70€ pro Test) Sein Chef schreibt allerdings immer 450 Euro auf die Abrechnung obwohl er manchmal auch nur 200 Euro im Monat verdient ( je nachdem wie er gerade Aufgaben hat für ihn )


    Kann man da irgendwas machen ?

  • Sein Chef schreibt allerdings immer 450 Euro auf die Abrechnung obwohl er manchmal auch nur 200 Euro im Monat verdient ( je nachdem wie er gerade Aufgaben hat für ihn )


    Kann man da irgendwas machen ?

    Kündigen :D Ein 200-Euro-Job hilft ihm gar nix, auch ein 450er nicht: damit vergrößert er lediglich seine Probleme ...



    [...] und nun sagt das Gericht das er diese Pisstests immer selber bezahlen soll (70€ pro Test)

    Welches Gericht sagt das denn, und wie begründet es das? ^^

  • Traumjob: führt der AG ein Zeitkonto? Sprich er zahlt immer 450 Euro monatlich und verrechnet Minusstunden mit Plusstunden? Oder berkommt dein Freund auch weniger? Infos zum Minijob gibt es hier: Minijob-Zentrale - Minijobs im gewerblichen Bereich


    Wenn das Gericht meint, daß dieser Test selbst bezahlt werden muss wegen Einkommen, dann würde ich das als Werbungskosten abziehen bei der Einkommensberichtigung. Fein wäre es, wenn der AG auch noch bescheinigen würde, daß dieser Test notwendig ist um den Job behalten zu können. Da dieser Test sehr wahrscheinlich eine Bewährungsauflage ist, braucht der AG keine angst zu haben, dies zahlen zu müssen.


    Widerstand: ich glaube nicht, das das Zielführend ist. Sicher bringt es den Mann nicht aus HartzIV, aber er steht unter Bewährung und ist vorbestraft. Da sind Jobs rar gesät. Und vielleicht ist eine Jobaufnahme auch Teil der Bewährung. Da bringt es nichts sowas zu sagen. Es heißt ja nicht, das er immer dort bleiben muss.

  • Zitat

    Kündigen :D Ein 200-Euro-Job hilft ihm gar nix, auch ein 450er nicht: damit vergrößert er lediglich seine Probleme ...

    Er kann nicht ohne wichtigen Grund selber kündigen, das würde ihm seitens des Jobcenters eine Sanktion einbringen.


    Bei U25 würde dann gleich der Blitz einschlagen.




    @ Traumjob


    Dein Text lässt mich vermuten, dass dein Freund seine Bewährungsauflagen nicht kennt oder nicht ernst nimmt oder dich über tatsächliche Sachverhalte im Unklaren lässt.


    Wenn du deinen Freund/Bekannten betreust, solltest du genau nachhaken, was genau das oder die Gerichte bestimmt haben und ob dein Freund das auch genau so umsetzt.


    Siehe dazu auch § 68 b StGB, § 145 a StGB.


    Man sollte sich auch den Arbeitgeber näher anschauen, kein Arbeitgeber beschäftigt einen Arbeitnehmer für ein paaar Stunden, um dann einen überproportionalen Lohn zu zahlen.
    Dazu müsste es dann nachvollziehbare Gründe geben.


    Meine Beiträge stellen meine persönliche unmassgebliche Meinung dar und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.

  • Widerstand: ich glaube nicht, das das Zielführend ist. Sicher bringt es den Mann nicht aus HartzIV, aber er steht unter Bewährung und ist vorbestraft. Da sind Jobs rar gesät. Und vielleicht ist eine Jobaufnahme auch Teil der Bewährung. Da bringt es nichts sowas zu sagen. Es heißt ja nicht, das er immer dort bleiben muss.

    Eine Bewährungsauflage wäre ein Grund ... Ansonsten: Diese 450-Euro-Jobs und Zeitarbeitsgelegenheiten sind doch genau das, was von diesem menschenfeindlichen System unter anderem unterstützt wird, was damit eingeführt wurde, was alles noch schlimmer macht ... Und Jobs sind überall dünn gesät, genau deswegen. Das ist auch keine tolle Chance oder dergleichen, die einzige Chance hier sieht der Arbeitgeber, nämlich an diesem System mit Billigarbeitskräften zu profitieren und die Leute mit solchen Monatslöhnen weiter im System, in der Abhängigkeit und im Elend zu halten, um auch weiterhin davon zu profitieren. Und so ein Job macht die Hartz-Armuts-Problematik noch viel schlimmer, wie man genau an diesem Beispiel sehen kann, wo jemand arbeiten geht, davon nicht leben kann und dafür noch gegängelt wird, auf dass er noch weniger davon leben kann.



    Er kann nicht ohne wichtigen Grund selber kündigen, das würde ihm seitens des Jobcenters eine Sanktion einbringen.


    Bei U25 würde dann gleich der Blitz einschlagen.

    Da hast Du natürlich recht, das kann ich nicht abstreiten :wtf: Aber man wird sich aus so einer Situation sicherlich irgendwie befreien können ... xcf)

  • Zitat

    Aber man wird sich aus so einer Situation sicherlich irgendwie befreien können ... xcf)

    Diesen Thread kann man nur aus dem Blickwinkel der strafrechtlichen Situation und der Bewährungsauflagen betrachten.


    Ein seriöser Job, und sei es auch nur ein Minijob, bedeutet zunächst einen Schritt in Richtung Resozialisierung, und wird dieser Job mutwillig eigenmächtig beendet, kann der Betreffende sich im besten Falle ein paar Zeilen von seinem Bewährungshelfer anhören.


    Sollte es zu einem Bewährungswiderruf kommen, kippt eine Bewährung nach der anderen, je nach den vorliegenden Tatbeständen könnte es dann so sein, dass sich aus einem kleinen Anlass heraus ein mehrjähriger Haftaufenthalt ergibt.


    Man kann da auch nicht mit "Gnade" rechnen, es spult sich dann ein Automatismus ab, bis man von der letzten Akte erschlagen wurde.


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