Perspektivlosigkeit

Es gibt 18 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ananda.

  • Ich habe zwar nur ein Grad der Behinderung
    in Höhe von 30 mit Zusicherung zur Gleichstellung aber es kann und darf nicht
    sein das man mit 31 Jahren völlig ohne Perspektive gelassen wird beim
    Grundsicherungsträger (hier die Optionskommune) für den Bereich
    [lexicon]SGB[/lexicon] II). Es sind doch EU-Fördermittel da die entsprechend abgerufen werden
    können für Arbeitgeber für Eingliederungsmaßnahmen. Arbeitgeber für eine In Frage kommende Umschulung zu finden.


    Hier im Kreis wird gar nichts umgesetzt davon.


    Hoffnungslos das geht auf Dauer auf die Psyche und ich werde mir Hilfe suchen müssen...

  • Hallo TimoNRW,


    _______
    Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück.  :/

    Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

    _______
    gruss
    kaiserqualle

  • Die Sachlage ist ganz anders.


    Als Fachkraft für Lagerlogistik mit Sehschwäche ist kein Gabelstapler fahren etc mehr drin.


    Ich brauch eine kaufmännischen Büro/Verwaltungsjob.


    Und diese vollwertige IHK Ausbildung z.b Groß und Außenhandelskaufmann hab ich eben nicht

  • wie wäre es mit einer Umschulung? Ich bin selbst behindert.
    Gerade im kaufmännischen Bereich sollte sich was finden für dich. Da gibt es ja viele Möglichkeiten. Die Umschulungen können auch IHK zertifiziert sein. Es hängt davon ab für wie qualifiziert man dich hält. Das ist etwas kompliziert und man muss hier den Einzelfall prüfen.


    30 Grad Behinderung ist natürlich auch nicht gerade viel. Aber wenn du schon längere Zeit arbeitslos bist sollte auch eine Förderung möglich sein.
    Ich kenne mich nun mit Optionskommunen nicht aus. Im zweifel vielleicht einfach umziehen?



    schreib mir vielleicht mal hier oder per PN wo genau du wohnst dann kann ich ein bisschen schauen welche Umschulungsmöglichkeiten es in deiner Umgebung gibt. Diese paar Träger solltest du anschreiben und deine Situation deine Qualifikation und deine Behinderung schiildern.
    Diese Art Einrichtungen können dir eine IHK Ausbildung bieten


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Zitat

    Lasse doch einfach zukünftig bei deiner Bewerbung den von uns zusammen - im parallen Forum ca. 2011 - erarbeiteten Satz wg. GdB weg. Sollte es aber zu einer Anstellung kommen, dann musst du spätestens n. 6 Mon dies dem Personalwesen mitteilen. Bzw. erst dann (nach der 6 Mon. Probezeit) würde ich die Gleichstellung beantragen.


    Naja das stimmt nur bedingt denke ich.


    Wieso sollte er verpflichtet sein das zu erwähnen? Nach allg, Gleichbehandlungsgesetz ist er dazu nicht verpflichtet.Es sei denn, die Ausführung der Tätigkeit bzw. Belastbarkeit wird durch die Behinderung beeinträchtigt. Das kann sein muss aber nicht sein. Da einige AGs sich scheuen behinderte einzustellen bzw. lieber eine Strafe zahlen kann man es auch verschweigen.


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Also ich denke ich bekomme einfach nur mit eine staatlichen ARBEITGEBERFÖRDERUNG oder Einstellung weiter.


    Aber das ganze müssen ja die richtigen Arbeitgeber erst präsentiert werden.


    Bin aus den Münsterland (NRW) und denke da an den Kaufmann im Groß und Außenhandel. Allerdings bin ich erst 2010 aus der Berufsschule raus und es liegt ein schulisches Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung vor (Abschluss 2005).


    Der Mist ist halt das ich schon im BFWs war für paar Tage und die fahren komplett für sich selber...sprich 1. Bürokaufmann und bei den andere schließen sich an:" Wir befürworten keine betriebliche Umschulung."...............das ist ja der ganze Mist.


    Da gab es hier mal die 3. Seite


  • Hallo Ananda,



    Quelle: Bundesarbeitsgericht

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    gruss
    kaiserqualle

  • Nachtrag:


    Ab ca. 50 % GdB gibt es für beide - AG und AN - Vorteile.


    AN besitzt einige Sonderrechte incl. mehr Urlaubstage (5 ?)


    AG erhöht seine Beschäftigungsquote Schwerbehinderter und verringert seine "Strafzahlung" (Ausgleichsabgabe gemäß § 77 [lexicon]SGB[/lexicon] IX je Monat und unbesetztem Pflichtplatz)

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    gruss
    kaiserqualle

  • Hallo Kaiserqualle


    Zitat

    Nach einem Urteil des Bundesarbeitgerichts vom 16.02.2012 (Aktenzeichen: 6 AZR 553/10) ist die Frage des Arbeitgebers nach der Schwerbehinderung im bestehenden Arbeitsverhältnis, jedenfalls spätestens nach sechs Monaten zulässig.


    Ja das glaube ich dir.
    Aber wer sagt dass er gefragt wird?


    über den Absatz mit dem Kündigungsschutz und der Pflicht der wahrheitsgemäßen Beantwortung gebe ich dir Recht.


    Zitat

    Ob die Frage nach der Schwerbehinderung auch schon im Einstellungsverfahren zulässig ist, wenn die Schwerbehinderung sich nicht negativ auf die Beschäftigung auswirken wird, hat das [lexicon]Bundessozialgericht[/lexicon] bisher noch nicht abschließend geklärt.


    Ja, dann kann er sich wiederum auf das allg. Gleichbehandlungsgesetz beziehen und wenn die Tätigkeit durch die Behinderung nicht eingeschränkt wird, kann er die Einschränkung verschweigen.


    Zitat

    Schwerer Fehler, denn dann kann man sich im Falle einer Kündigung nicht af den besonderen Kündigungsschutz berufen, wenn das dem AG nicht bekannt ist.


    Das ist mir klar,
    hier muss man aber auch sehen dass Auszubildende generell sehr schwer kündbar sind. Selbst eine langsame Arbeitsweise oder eine häufigere Krankheit sind im Ausbildungsverhältnis kein Kündigungsgrund. Defakto ist es nahezu unmöglich jemanden in der Ausbildung zu kündigen Solange er die Pflichten des Auszubildende befolgt. Noch einen Bonuskündigungsschutz aufgrund der Behinderung zu verhandeln ist meiner Meinung nach überflüssig.


    Zitat

    Der Arbeitgeber muss zwingend in jedem Falle informiert werden, wenn sich die Behinderung einschränkend auf die Tätigkeit auswirkt. Dies gilt besonders wenn eine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Dabei ist es nicht notwendig, die genaue Diagnose der Erkrankung mitzuteilen.


    Das ist mir klar, aber es ist eben nicht sicher, ob er aufgrund der Behinderung besondere Einschränkungen haben wird.
    Klar dass der AG gerne möglichst viele Informationen möchte, aber eine allgemeine Verpflichtung zur Wahrheit gibt es hier nicht. Vergleichbar wenn ein Mann oder eine Frau im Vorstellungsgespräch gefragt wird ob in den nächsten Jahren Kinder geplant sind. Das kann eben auch unwahr beantwortet werden.


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka


  • Also vielleicht denke ich ja auch zu negativ aber:


    Die von dir genannten vorteile sind aus Sicht des Arbeitgebers keine denke ich.


    Die Strafzahlung des Arbeitgebers sind ca 100 € im Jahr. Alleine der erhöhte Urlaubsanspruch von 6 Tagen schafft mehr Kosten als der AG durch die Strafzahlung hat.


    Außerdem ist es nicht sicher ob der AG nicht schon Behinderte beschäftigt und somit um die Strafe herumkommt.


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Hallo Timo


    ich empfehle dir aus eigener Erfahrung die ich und viele meiner bekannten mit Berufsbildungswerken oder Berufsförderungswerken gemacht haben, dich direkt an einem potenziellen Ausbildungsbetrieb zu wenden.


    Ich rate dir wirklich auch nach einem Gespräch mit einem Behindertenbeauftragten aus Hamburg deine Behinderung in der Bewerbung nicht zu erwähnen. Die Förderung alleine reicht den Unternehmen nicht und da ist es egal ob du jetzt dieses Anerkennungsschreiben hast.


    Schreibe eine gute Bewerbung und führe ein gutes Vorstellungsgespräch. Hier kannst du deine Behinderung erwähnen und deutlich machen dass sie dich nicht einschränkt bzw. dass du für die Einschränkung Lösungen aufzeigen kannst. Erwarte nicht dass das ein Betriebsrat oder Schwerbehindertenbeauftragter für dich durchsetzt. Sicher, deren Hilfe kannst du in Anspruch nehmen aber am Besten ist es wenn du deinem Arbeitgeber selbst sagen kannst wie du optimal unterstützt werden kannst.


    Auf einen Anspruch auf Sonderurlaub würde ich persönlich auch nicht bestehen. Denn dadurch dass du Azubi bist hast du sowieso einen höheren Urlaubsanspruch als jn einem Anstelllungsverhältnis.


    Mögliche Ausbildungsbetriebe findest du hier.
    Ausbildung Industriekaufmann Jobs, Arbeit in Münster
    |
    Indeed.com

    Falls du Hilfe bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch brauchst, kannst du dich gerne melden.

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Aber Leute mit 31 nochmal eine betriebliche Ausbildung? Welcher AG macht das


    Da geht doch dann nur Umschulung und da hab ich im BFW Bericht Drinstehen ist nicht und darauf hört die Rehaabteilung der Agentur für Arbeit die die [lexicon]SGB[/lexicon] II Fälle hier auch mitbetreut.


    Das BFW will halt diesen 3 Monatigen RVL Kurs das is das einzige was man mir anbietet dort

  • Natürlich kann ein AG sowas machen.


    Die Frage bei einer Umschulung ist doch ob du dafür die nötige qualifikation hast.
    Aber ich kenne mich mit Umschulungen und den Verfahren dort auch wenig aus.


    Zitat

    Der Mist ist halt das ich schon im BFWs war für paar Tage und die fahren komplett für sich selber...sprich 1. Bürokaufmann und bei den andere schließen sich an:" Wir befürworten keine betriebliche Umschulung."...............das ist ja der ganze Mist


    kannst du mal bitte das schreiben dazu einstellen? Vielleicht geht da ja ein Widerspruch.


    Ansonsten würde ich mich an deiner Stelle an den Behindertenbeauftragten aus deiner Region wenden und den Fall dort schildern


    Vielleicht hier?
    Stadt Münster: Sozialamt - Fachstelle Behinderte Menschen im Beruf

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Hallo Ananda,



    25 Mitarbeiter, kein Schwerbehinderter -> 1380,- pro Jahr Ausgleichsabgabe pro Nichtbeschäftigten Schwerbehintertem Mitarbeiter


    Ausgleichsabgabe.25.MA.0.GdB.jpg


    2500 Mitarbeiter, kein Schwerbehinderter -> 3190,- pro Jahr Ausgleichsabgabe pro Nichtbeschäftigten Schwerbehintertem Mitarbeiter


    Ausgleichsabgabe.2500.MA.0.GdB.jpg

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    gruss
    kaiserqualle

  • Hallo Kaiserqualle,


    ich akzeptiere deine Rechnung inhaltlich aber:


    zumindest bei einem kleinen Betrieb könnte sich das durchaus rechnen die Strafe zu zahlen, da dem AG während des Mehrurlaubs des Behinderten keine Arbeitskraft zur Verfügung steht.
    Dadurch macht er also Verlust da er den Mehrurlaub bezahlen muss und noch ein weiterer Mitarbeiter die Arbeit des Behinderten auffangen muss.


    Und nun leider ist es auch so dass Behinderte im Schnitt mehr krank sind als nicht Behinderte. Das heißt zunächst Arbeitsausfall und Lohnvorzahlung.
    Sicher man kann das nicht auf jeden Einzelfall anwenden im Schnitt sind Behinderte aber schon häufiger Krank/bzw. länger krank.


    Diese Verallgemeinerung mag unfair sein, ist aber aus Sicht des betroffenen Arbeitgebers verständlich weil er Angst vor dem Risiko hat.


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka

  • Sicher man kann das nicht auf jeden Einzelfall anwenden im Schnitt sind Behinderte aber schon häufiger Krank/bzw. länger krank.
    Diese Verallgemeinerung mag unfair sein, ist aber aus Sicht des betroffenen Arbeitgebers verständlich weil er Angst vor dem Risiko hat.


    Diese Verallgemeinerung ist nicht nur unfair, sie ist schlichtweg falsch - denn sie kommt ja immer auf die Art der Behinderung an.
    Dazu müssten aber erst mal ein paar Dinge geschehen:

    • Ein Perspektivenwechsel bei den AG, denn ein Mensch mit einer eingeschränkten Sehfähigkeit ist nicht häufiger krank als andere ... im Gegensatz zu vielleicht jemandem, der schwere Bandscheibenschäden hat
    • Ein Perspektivenwechsel beim eingeschränkten Menschen. Warum muss denn die Einschränkung um jeden Preis verheimlicht werden. Warum ist man so scharf auf die 5 Tage Sonderurlaub? Ist es da wieder die Mitnahmementalität? Ich hole alles raus, was mir zusteht?
    • Die in ihrer Gesundheit eingeschränkten Menschen müssen endlich mal lernen, sich mit mehr als dem lapidaren Satz: "Trotz meines GdB von xx fühle ich mich den Anforderungen ... blabla gewachsen!" zu verkaufen. Warum wird denn nicht wirklich ein paar Tage angeboten, in der vakanten Stelle mitzuarbeiten? Weil es heisst: Ohne Lohn macht "man" das nicht? Wer ist "man"? Will "man" etwa keine Arbeit haben oder ist "man" etwa kerngesund und könnte eigentlich jede Arbeit haben, die er wollte?
    • Ein Umdenken wäre auch beim Rentenversicherungsträger nötig, denn es ist absolut menschenverachtend, jemanden, der z.B. Herzkrank ist, an der Dialyse hängt und auch noch weiss der Kuckuck was hat, den Schickanen eines JC auszuliefern. So ein Mensch bekommt beim besten Willen nirgendwo eine Arbeit mehr. Der wird zwischen den Instanzen hin- und hergeschoben bis nichts mehr übrig ist :thumbdown: 

    Deutschland ist ein menschenverachtendes Land - ich weiss nicht, ob es das schon immer war oder erst so geworden ist.

  • Naja gerade für Arbeitslose gibt es doch möglichkeiten sich diese Probearbeit auch stark bezuschussen zu lassen gerade für behinderte.
    Da müssten nur der ELO und der AG auf die Agentur zugehen. Ohne einen Vertrag und sei es auch nur einen Probearbeitsvertrag würde ich auch nicht arbeiten. Der muss ja auch nicht lang sein sondern nur für 14 Tage oder so. Die Kosten kann dann das JC tragen und das tun sie auch


    Auf der anderen Seite könnte man das auch über einen praktikumsvertrag lösen.


    Eine Probearbeit ist sinnvoll damit sich AG und AN aufeinander abstimmen können gerade bei Behinderten.


    Liebe Grüße
    Tobias

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.


    Franz Kafka